Technologiepark Lavanttal
55 Architekturbüros nahmen nach
EU-weiter Ausschreibung teil
Nicht nur mit der Koralmbahn „fährt“ St. Paul im Lavanttal in die Zukunft. Beim neuen Bahnhof wird der Technologiepark Lavanttal errichtet. Er wird den Fokus auf Nachhaltigkeit mit Blick auf „Advanced Materials“ und Kreislaufwirtschaft richten. Nun wurden von Landeshauptmann Daniel Fellner im Gemeindeamt gemeinsam mit allen Verantwortlichen das Ergebnis des Architektenwettbewerbes präsentiert. Dieser war EU-weit ausgeschrieben, 55 Architekturbüros hatten sich beteiligt – „ein Rekord“, so Fellner. Beim interkommunalen Projekt sind alle Gemeinden des Lavanttales dabei. 30 Mio. Euro stehen an Mitteln bereit. Baustart soll im Frühjahr 2028 sein, als Bauzeit wurden zwei Jahre angegeben.
Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft verbinden
Fellner sagte, dass er das Projekt bereits seit 2018 mit viel Leidenschaft betreut. „Es sollte hier kein Gewerbepark entstehen. Wir schaffen eine Verknüpfung aus Forschung, Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung“, betonte er. Es gehe um ein sehr zukunftsträchtiges und spannendes Thema. Man werde hier erforschen, wie „Advanced Materials“, also neue Materialien, zum Beispiel widerstandsfähiger oder besser recyclebar gemacht werden können. Der Landeshauptmann hob zudem die Multifunktionalität des Technologieparks hervor.
Technologiepark als regionales Entwicklungszentrum
BABEG-Geschäftsführer Markus Hornböck, sagte, dass Technologieparks – so auch der Lakesidepark in Klagenfurt und der Technologiepark Villach – regionale Entwicklungs- und Impulszentren seien. In die Entwicklung des Technologieparks Lavanttal waren 40 Stakeholder eingebunden und man habe auch mit 20 Unternehmen aus der Region intensiv gesprochen. Den Unternehmen wolle man im Park Kooperationsraum bieten. Man werde hier breit aufgestellt sein, vom Metallbau bis zum Material Holz.
Flexible Entwicklung für die Zukunft
Bernhard Lamprecht als Geschäftsführer des Technologieparks Lavanttal sagte, dass hier tausende Arbeitsplätze für Zukunftsthemen entstehen werden. Das multifunktionale Projekt solle flexibel wachsen können, weil man nicht wisse, wo die Forschung in fünf oder zehn Jahren stehen wird. Im Park werden laut Lamprecht nicht nur Werkstätten, Labore und Büros entstehen, sondern auch Restaurants und Kinderbetreuung. Vorgabe beim Architektenwettbewerb sei ein ökologisches Konzept gewesen. Die Auswahl des Siegerprojektes sei durch eine siebenköpfige Jury erfolgt.
Starke Partnerschaft für die Region
Der Bürgermeister von St. Paul im Lavanttal, Stefan Salzmann, sprach von einem großen Meilenstein für die Gemeinde. Man habe beim interkommunalen Projekt über den Tellerrand hinausgeblickt. Salzmann betonte zudem, dass St. Paul auch Bildungsstandort sei. Johann Steiner vom Grundeigentümer Stift St. Paul sagte, dass man die Chancen durch die Koralmbahn bestmöglich für Gemeinde und Bevölkerung nutzen wolle.
Das Siegerprojekt
Über das Siegerprojekt informierten die Architekten Ulrich Hagen und Christoph Hinterreiter von „OSNAP Open South North Architecture Practice ZT GmbH“, Fabian Wallmüller von „Stoiser Wallmüller Architekten ZT GmbH“ sowie Landschaftsplaner Florian Absmanner vom „Studio LandForm“. So sollen viele verschiedene Pflanzen, vor allem Bäume, gesetzt werden, die dann auch gleichzeitig als Baumaterialien und in ihrer schattenspendenden Wirkung – Stichwort Klima – beforscht werden. Man will stadträumliche Qualität schaffen. Es sollen sich im Park auch die Nutzerinnen und Nutzer sowie die Öffentlichkeit treffen können. Fürs Parken wird es dezentrale Hochgaragen geben, die leicht demontierbar sein werden, falls sich das Mobilitätsverhalten ändert. Die als Holzbauten konzipierten Gebäude werden auf einem robusten, modularen System beruhen, das man an verschiedene Nutzungen anpassen kann und das auch leicht erweiterbar ist. Das Grundstück ist 90.755 Quadratmeter groß, mehr als die Hälfte des Areals wird nicht versiegelte Fläche sein.
Infos und alle eingereichten Projekte unter: www.technologiepark-lavanttal.com/
Gruppenfoto der Pressekonferenz